RC Rottweil verliert Spitzenspiel mit 30:37/2. BL-Süd; Ein Spiel mit Auf und Ab! Trotz einer kämpferischen starken Leistung – aber auch einigen vermeidbaren Nachlässigkeiten zu viel – schaffte es der RCR nicht, dem klaren Meisterfavoriten und ungeschlagenen Tabellenführer Heidelberger Ruderklub (HRK) die erste Niederlage der Saison beizubringen. Die „Schwarz-Gelben“ verloren vor über 220 Zuschauern das Spitzenspiel mit 30:37 (Halbzeit 8:24). Der RCR kann trotzdem selbstbewusst den anstehenden Rundenspielen entgegensehen. Am kommenden Samstag wird der Heidelberger TV (HTV) erwartet.

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Die Favoriten aus der Kurpfalz (früherer deutscher Serienmeister und letztjähriger Erstliga-Absteiger) präsentierten sich wie erwartet spiel- und angriffsfreudig und die Spieler beider Mannschaften gingen sehr ambitioniert ins Match, Angriffsversuche wurden auf beiden Seiten konsequent und hart getackelt. Bereits nach wenigen Minuten, in denen das Spiel im Mittelfeld hin und her wog, setzten die HRK‘ler einen Straftritt über die Malstangen. In den folgenden Minuten konnten sich die RCR’ler im Viertelfeld der Gäste festsetzen und Innen-Drei-Viertel Teswin Jacobs glich mit einem Dropkick zwischen die Stangen zum 3:3 aus.
Die Gäste schafften es immer wieder, den Spielfluss der RCR’ler mit guten und harten Attacken zu unterbinden und ihrerseits anzugreifen und das Spielgeschehen in deren Hälfte zu verlagern. Mitte der ersten Halbzeit kamen sie zu ihrem ersten Versuch: Nach einer gewonnenen Gasse und einigen Rucks konnten sie nach einem Sololauf ihrer 3.-Reihe-Stürmer zum 3:8 ablegen und mit der Erhöhung auf 3:10 ausbauen. In der Folge mussten die „Schwarz-Gelben“ nach Regelverstößen an Rucks immer wieder Straftritte und somit allein 12 Punkte in der ersten Hälfte hinnehmen. Nach einem Sololauf aus der eigenen Hälfte legten die Kurpfälzer einen weiteren Versuch und führten kurz vor der Halbzeit 3:21. Der RCR machte kurz Seitenwechsel wieder Druck und setzte sich im Viertelfeld der Gäste fest. 3.-Reihe-Stürmer Michael Oswald legte nach mehreren Rucks zum 8:21 ab. Noch in der Nachspielzeit mussten die Cracks um ihren Trainer Will Esau nach einem weiteren Straftritt das 8:24 hinnehmen. Mit diesem für den RCR doch enttäuschenden Spielstand wurden die Seiten gewechselt.
Nach der intensiven Halbzeitansprache ihres Trainers setzten sich die „Schwarz-Gelben“ in der Hälfte der Gäste fest, mussten aber nach HRK-Kontern zunächst das 8:27 per Straftritt und einen weiteren Versuch mit Erhöhung das 8:34 hinnehmen. Die “Schwarz-Gelben“ kämpften energisch weiter und konnten durch energische Passangriffe das Spiel wieder in die Hälfte der Gäste verlagern. Außen-Drei-Viertel Antoine Essomba fand nach einer Reihe von Rucks (offene Gedränge) an der Außenlinie den Weg ins Malfeld ab. Mit der gelungenen Erhöhung von Verbinder Lukas Kästner stand es nun 15:34. „Ihr schafft den Anschluss noch, weiter so!“, schien mancher der sehr zahlreichen RCR-Fans zu denken und feuerte die heimischen Cracks lautstark zu weiteren Versuchen an. Nach einem intensivem Angriff mit dem Sturm legte Gedrängehalb Philipp von Ochstenstein zum 20:34 ab und wenig später lief Innen-Drei-Viertel Teswin Jacobs mit einem kurzen, energischen Solo unter die Malstangen und verkürzte auf 25:34. Mit der Erhöhung von Lukas Kästner stand es 27:34. Die von den begeisterten Zuschauern erhoffte Spielwendung war den RCR-Cracks aber nicht mehr möglich. Kurz vor Spielende mussten sie bei einem Angriff der HRK’ler nach einem Defensivfoul bei einem Ruck einen weiteren Straftritt zum 27:37 hinnehmen. In der Nachspielzeit stellt Lukas Kästner mit einem erfolgreich verwandelten Straftritt das 30:37-Endergebnis her.
Das Spiel stand unter der sehr guten Leitung des Schiedsrichters Luc Muhirwa.

Trainer Will Esau:
„Es war wirklich ein Spiel mit zwei grundverschiedenen Seiten. In der ersten Hälfte boten wir eine unzureichende Leistung, machten zu viele individuelle Fehler und vergaben entscheidende Straftritte in aussichtsreichen Positionen, die uns das Spiel kosteten. Das konnte der HRK routiniert ausnutzen. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Energie und Intensität ins Spiel gebracht, und obwohl wir einen Versuch kassiert haben, haben sich die Jungs erholt und 21 Punkte erzielt. Wir freuen uns auf den HTV nächste Woche, ein weiteres wichtiges Spiel für uns.“

Für den Rugby-Club Rottweil spielten:
José Mohn, Martin Holpp, Johannes Husselmann, Tobias Oswald, Martin Storck, Noah Volkers, Michael Oswald, Fabio Carella, Rui da Silva, Leonardo Faria, Leon Vogel und Ladislau Szani (alle Sturm); sowie Philipp von Ochsenstein, Lukas Kästner, Antoine Essomba, Teswin Jacobs, Leonard Holpp, Audrez Dassis, Daniel Muntean, Vuyisanani Mhletywa, Christophe Ngondi und Sebastian Wilde (alle Verbindung und Drei-Viertel).

Bilder von Fritz Rudolph