Rugby-Club Rottweil gegen StuSta München vor großer Herausforderung

Ein hartes, faires Spiel mit viel Einsatz auf beiden Seiten und schließlich ein überlegener Gewinner, so lautet die kurze Umschreibung des Spiels des MRFC gegen den RC Rottweil. Mit 55:14 (7:29) behielten die „Schwarz-Gelben“ die Oberhand und holten die Punkte gegen die unter ihren Möglichkeiten gebliebenen Bayern an den oberen Neckar.

Die RCR‘ler begannen offensiv, kamen in der Anfangsphase durch einige Unachtsamkeiten und Abstimmungsfehler in der MRFC-Hintermannschaft immer wieder in Ballbesitz und konnten bereits nach 5 Minuten den ersten Straftritt durch ihren Verbinder Sio Kapaga verwandeln. Einen weiteren Straftritt setzten sie an der 5 m–Linie ins Aus. Die dann gewonnene Gasse schob der Sturm ins Malfeld und 3.-Reihe-Stürmer Leonardo Faria brachte das „Ei“ auf den Boden (0:8). Bei einem weiteren Angriff verlor der RCR am Viertelfeld der Münchner die eigene Gasse, die mit einem guten Angriff und abschließendem Sololauf zum 5:8 ablegen konnten. Mit der gelungenen Erhöhung schafften sie den 7:8 Anschluss. Druckvoll spielten die „Schwarz-Gelben“ weiter und konnten sich im Gegenzug an das Viertelfeld der Platzherren heranarbeiten. Innen-Drei-Viertel Nikolas Rinklin kam mit einem kraftvollen Durchbruch vor das MRFC-Malfeld und nach einem Ruck (offenes Gedränge) konnte wiederum Kapitän Leonardo Faria zum 7:13 ablegen. Den anschließenden Erhöhungskick verwandelte Innen-Drei-Viertel Costinel Croitoru zum 7:15.

Die Rottweiler hielten danach die MRFC-Angriffe mit erfolgreichen Tackles auf und konnten mit gut gespielten Rucks, Ballstafetten und Befreiungskicks die Situationen bereinigen und mit der schnellen Hintermannschaft das Spielgeschehen in die Münchner Hälfte verlagern. Zwar tauchten die „Blauen“ immer wieder in der Hälfte des RCR auf – einen Versuch konnten sie aber nicht legen. Die geschlossene Defensivarbeit der „Schwarz-Gelben“ zeigte sich dabei als wirkungsvoll und in der Offensive beschäftigten sie die Münchner Verteidigung mehr als denen lieb war. Sie nutzten nach offenen Gedrängen und Standardsituationen (Gedränge, Gassen) ihre Vorteile und konnten mit variablen Angriffen das Spielgeschehen unter Kontrolle halten. Entscheidende Bälle wurden gut weitergeleitet und für Durchbrüche genutzt. So kamen Nikolas Rinklin und 1.-Reihe-Stürmer Markus Brausam zu stark herausgespielten Versuchen und nach den gelungenen Erhöhungen von Costinel Croitoru wurden mit 7:29 die Seiten gewechselt.

Die zweite Spielhälfte begann mit weiteren Angriffen der RCR’ler, die den Vorsprung unbedingt ausbauen wollten, sich zunächst aber in der Verteidigungslinie der Hausherren festliefen. Doch immer wieder bauten sie zwingende Aktionen auf, die mit 4 RCR-Versuchen konsequent zu Ende gespielt wurden. Zunächst konnte 3.-Reihe-Stürmer Robert Lehmann der nach einer Gasse und anschließendem Ruck zum 7:34 ablegte. Er war es auch, der nach einem weiteren Durchbruch von Nikolas Rinklin angespielt wurde und das „Ei“ im Malfeld platzierte. Danach fing Costinel Croitoru einen gegnerischen Kick ab und konnte nach einem erlaufenen Überkick ablegen. Er war es auch, der die fälligen Erhöhungen nach den Versuchen erfolgreich zum zwischenzeitlichen 7:50 abschließen konnte. Als die RCR-Cracks kurz vor Ende des Spieles einen Gang zurückschalteten, kamen die Bayern mit einem Versuch und einer Erhöhung zum 14:50 zu etwas Ergebniskosmetik. In der der Nachspielzeit setzte sich der RCR noch einmal in der Hälfte der MRFC’ler fest. Nach einem Gedränge und seitlicher Öffnung konnte Außen-Drei-Viertel Rui da Silva zum 14:55 ablegen. Danach beendete der sehr gut leitende Schiedsrichter Kaspar van der Zwan (Bayreuth) die Begegnung.

Trainer Gustavo Lopez: „Dieses Spiel haben wir verdient gewonnen, auch in dieser Höhe. Wir sind gut ins Spiel gekommen und die taktische wie auch die kämpferische Einstellung hat gestimmt. So kam der MRFC im offenen Spiel nur selten in die Nähe unserer Mallinie. Wir haben über die gesamte Spielzeit mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zwingend agiert und das Spiel in entscheidenden Situationen beherrscht mit guter Defensiv- und variantenreicher Offensivarbeit. Das Zusammenspiel und die Feinabstimmung bei den Laufwegen haben gepasst. Verbesserungswürdig ist Ausführung bei den Gasseneinwürfen, die wir zu wenig für uns nutzen konnten.“

Für den Rugby-Club Rottweil spielten: Markus Brausam, Michael Oswald, Swen Engelhardt, Noah Volkers, Martin Storck, Robert Lehmann, Leonardo Faria, Tobias Oswald, Richard Nothwang, Markus Wiener (alle Sturm); sowie Martin Ross, Sio Kapaga, Nikolas Rinklin, Costinel Croitoru, Rui da Silva, Emmanuel Mora, Bjarne Stern und Stephan Holpp. (alle Verbindung und Drei-Viertel).