RC Rottweil verliert hochklassiges Spitzenspiel mit 19:36 / 2. Bundesliga Süd

Was für ein Spiel! Trotz einer kämpferischen wie auch spielerischen Meisterleistung schaffte es der RCR nicht, dem klaren Meisterfavoriten und ungeschlagenen Tabellenführer SC Neuenheim (Heidelberg) die erste Niederlage der Saison beizubringen. Die „Schwarz-Gelben“ verloren  vor über 240 Zuschauern das Spitzenspiel mit 19:36 (Halbzeit 7:10). Mit einer solchen Leistung kann der RCR selbstbewusst den beiden restlichen Rundenspielen gegen Nürnberg und Unterföhring entgegensehen und sich auf die Aufstiegsspiele Anfang Juni konzentrieren. Zunächst aber dürfen sich die RCR-Cracks erst einmal über die bisher beste Leistung der Runde freuen.

Die Favoriten aus der Kurpfalz präsentierten sich  wie erwartet spiel- und angriffsfreudig und die Spieler beider Mannschaften gingen sehr ambitioniert ins Match, Angriffsversuche wurden auf beiden Seiten konsequent und hart getackelt.  Doch bereits nach sechs Minuten, in denen das Spiel im Mittelfeld hin und her wog, setzten die SCN‘ler einen Straftritt vor die Mallinie und legten außen rechts zum 0:5 ab. In den folgenden Minuten konnten sich die RCR’ler in der Hälfte der Gäste festsetzen, aber ohne entscheidenden Raumgewinn. Einige unglückliche Vorwürfe  brachten die „Blauen“ immer wieder in Ballbesitz, die dann zu weit gespielten Angriffe genutzt wurden. Entscheidende Durchbrüche konnten die „Schwarz-Gelben“ mit konsequenter und geschlossener Defensivarbeit verhindern. Nach einer halben Stunde und mehreren gut gespielten Aktionen nach Rucks (offenen Gedränge) kam RCR-Verbinder Sio Kapaga ins Malfeld und konnte das „Ei“  ablegen. Weil er bei dieser Aktion regelwidrig getackelt wurde, entschied der gut leitende Schiedsrichter Uwe Jansen (Neckarsulm) auf Strafversuch. Der RCR führte mit 7:5. Danach verlagerte sich das Spiel in stetigem Wechsel in die jeweils gegnerische Hälfte, die Defensivarbeit auf beiden Seiten ließ es aber nicht zu, dass sich ein Team zunächst weitere Punkte gutschreiben konnte. Schließlich war es aber doch der SCN, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einer Drangphase mit dem Sturm zum 7:10 ablegen konnte.

Der RCR machte nach dem Seitenwechsel Druck und setzte sich im Viertelfeld der Gäste fest, die aber stark verteidigten und sich mit Kicks in die Gasse immer wieder befreien konnten. Nach mehreren Rucks aber konnte Schlussspieler Emmanuel Mora  mit Unterstützung des Sturms einen kurzen Sprint mit dem zweiten Versuch für den RCR zum 12:10 abschließen. Die Antwort der „Blauen“ kam postwendend und nach einem dynamischen Sturmangriff holten sie sich nach dem Versuch und der anschließenden Erhöhung zum 12:17 die Führung zurück. Wenige Minuten später bauten sie nach einem weiteren Versuch und erfolgreicher Erhöhung ihren Vorsprung auf 12:24 aus(50. Min.). Danach dominierte der RCR wieder und setzte mit einer Reihe gut gespielter Rucks sein aggressives, variantenreiches Sturmspiel fort und kam so mehrfach ins Viertelfeld der Gäste. Ein zugesprochener Straftritt konnte zunächst nicht verwandelt werden. Doch wenige Minuten später konnte wiederum Emmanuel Mora nach mehreren Sturmphasen und seitlichen Spielöffnungen zum 17:24 ablegen. Verbinder Sio Kapaga erhöhte zum 19:24. Die von den begeisterten Zuschauern erhoffte Spielwendung war den RCR-Cracks nicht möglich. Kurz vor Spielende konnten sie zwei weitere Versuche und eine Erhöhung der schnellen SCN-Drei-Viertel-Reihe nicht verhindern und Schiedsrichter Uwe Jansen pfiff die hochklassige Begegnung mit dem 19:36 Endergebnis ab.

Trainer Gustavo Lopez: „Wir haben dieses Spitzenspiel gegen den in dieser Runde klar dominierenden SCN  zwar verloren, konnten das Spiel aber mit viel Einsatz und Kampfgeist über lange Zeit offen gestalten. Das war eine tolle Mannschaftsleistung und die Spieler können stolz auf sich sein. Unsere Spielanlage war gut und forderte  den SCN immer wieder an ihre Grenzen zu gehen. Die beiden kurz vor Spielende erzielten Versuche des verdienten Siegers SCN sind etwas ärgerlich. Meine Jungs haben über 80 Minuten eine großartige Leistung geboten.

Das war Rugby, wie es sich Zuschauer nur wünschen können. Die vielen Fans waren begeistert und verließen zufrieden den  Platz – trotz der Niederlage. Was die beiden Teams gezeigt hatten, hatte den Unterhaltungswert eines Super-Rugby-Spiels.“

Für den Rugby-Club Rottweil spielten:  Mo Taufateau, Markus Brausam, Swen Engelhardt, Tobias Oswald, Noah Volkers, Michael Oswald, Leonardo Faria, Rui da Silva und Hennrik Weiß (alle Sturm); sowie Martin Ross, Sio Kapaga, Nicolas Rinklin, Vincent Holpp, Lukas Kästner, Antoine Essomba, Emmanuel Mora, Fabian Schüler, Bjarne Stern, Christian Volkmann und Jörg Hügel (alle Verbindung und Drei-Viertel).

Bilder vom Spiel