RC Rottweil muss im Spitzenspiel die Punkte in München lassen. Erstes Spiel mit dem neuen Trainer Gustavo Lopez.

Eine gute Schiedsrichterleistung, ein hartes Spiel und schließlich ein verdienter Sieg, so lautet die kurze Umschreibung des Spiels des StuSta München gegen den RC Rottweil. Mit 32:14 (10:14) konnten die „Studentenstädter“ siegen und die Tabellenspitze vom RCR übernehmen.
Ambitioniert waren die Spieler beider Mannschaften im Match, Angriffsversuche wurden auf beiden Seiten konsequent und hart getackelt. Jedes Team wollte dem anderen die Grenzen aufzeigen und so war die Begegnung über die gesamte Spieldauer ein echter Schlagabtausch.

Druckvoll begannen die „Schwarz-Gelben“ vor den Augen des ehemaligen Nationaltrainers von Venezuela und Costa Rica Gustavo Lopez aufzuspielen und konnten sich zunächst immer näher an das Malfeld der Platzherren heranarbeiten. Die Gastgeber konnten die Angriffe nur mit harten Tackeln aufhalten. Immer wieder konnte sich der RCR-Sturm in der 22-Meter-Zone der Münchner festsetzen – nach elf Minuten schloss 3.-Reihe-Stürmer Robert Lehmann zum ersten Versuch ablegen. Mit der gelungenen Erhöhung von Schlussspieler Costi Croituru stand es 7:0 für den RCR. Zehn Minuten später konnten die Gastgeber ausgleichen: Ein RCR’ler ließ das „Ei“ nach einem Kick nach vorne fallen, die Gastgeber nahmen das Geschenk an und liefen ins Malfeld ein.

Nach der Erhöhung stand es 7:7. Danach waren die „Schwarz-Gelben“ verunsichert. Bei den Studentenstädtern dagegen war der Ausgleich wie eine Befreiung und sie konnten das Spiel mit weiten Kicks in die Hälfte der RCR’ler verlagern. Beide Mannschaften lieferten sich in der Folge einen harten Schlagabtausch. Es gelang den „Schwarz-Gelben“ nur sporadisch in die Hälfte des Gegners vorzudringen. Wenige Minuten vor Seitenwechsel aber konnte 1.-Reihe-Stürmer Gabriel Jäger nach einer Reihe von Rucks ins StuSta-Malfeld einlaufen. Da er bei dieser Aktion gefoult wurde, entschied der Schiedsrichter auf Strafversuch zum 14:7 für den RCR. Doch bereits im Gegenzug konnten die Gastgeber mit einem Straftritt wegen Hochhaltens zum 14:10 aufschließen.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit drängten die RCR’ler den Gegner weit in die eigene Hälfte zurück und starteten eine ganze Anzahl vielversprechender Angriffe, die die Bayern immer wieder in Bedrängnis brachten. Punkten konnten sie allerdings nicht. Die vergeblichen Anstrengungen führten zu Verunsicherung und Unruhe in der Mannschaft. Das sichere Spiel der bisherigen Saison war nicht mehr vorhanden und StuSta gewann die Oberhand. Die Bayern setzten sich in mehreren Phasen immer wieder aussichtsreich vor dem Viertelfeld des RCR fest. Dabei verloren die „Schwarz-Gelben“ immer wieder auch in Rucks den Ball. Manche Tackles wurden nur halbherzig angegangen und auch bei einigen Standardsituationen wie Gassen und Gedrängen konnten eigene Bälle nicht behauptet und verwertet werden. Es war eine Reihe von Unstimmigkeiten und daraus resultierenden Unsicherheiten, die dem Gastgeber nutzten und ihn stark machten. Die „Schwarz-Gelben“ waren mehr mit Reagieren als mit Agieren beschäftigt und mussten nach vier Versuchen, einer Erhöhung und einem Straftritt die Überlegenheit der Gastgeber anerkennen. StuSta siegte verdient mit 32:14.

Vorsitzender Karl-Heinz Bahr: „Zunächst ein großes Kompliment an den mehrfach ausgezeichneten Jugendnationalspieler Vincent Holpp, der mit einer beeindruckend starken Leistung sein Debut in unserer Männer-Mannschaft gemacht hat.
Heute aber haben wir vor den Augen des diese Woche aus Venezuela gekommenen neuen RCR-Trainers Gustavo Lopez das Spiel gegen einen Mitkonkurrenten verloren. So ist es nun mal. Wir haben gesehen, dass trotz aller Erfolge in den letzten Wochen die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Das Team hat gut gekämpft, fand psychisch aber nie richtig ins Spiel und ist trotz der Halbzeitführung z. T. weit unter seinen spielerischen Möglichkeiten geblieben. In einigen Standardsituationen wie Gassen und Gedränge haben wir uns nicht durchsetzen können. Auch stimmte die Zuordnung der Verteidigung im offenen Spiel nicht immer. Hinzu kamen einige unnötige Handling-Fehler. Das können wir besser. Kopf hoch und Konzentration auf das nächste Spiel am kommenden Sonntag beim Heidelberger TV.“

Für den Rugby-Club Rottweil spielten: Gabriel Jäger, Lucian David, Swen Engelhardt, Noah Volkers, Michael Oswald, Robert Lehmann, Vincent Holpp, Florian Dicu, Markus Brausam, Julian Dupont, Markus Wiener und Max Eigenmann (alle Sturm); sowie Manuel Jäger, Emmanuel Mora, Stephan Holpp, Tobias Oswald, Antoine Essomba, Fabian Schüler, Costi Croituru, Martin Ross und Rui Da Silva (alle Verbindung und Drei-Viertel).