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RCR verliert Finale um den deutschen Liga-Pokal

Liga-Traum für Rugby-Club Rottweil geplatzt
RCR verliert Finale um den deutschen Liga-Pokal mit 12:23

Die zweite Mannschaft des Rugby-Bundesligisten TSV Handschuhsheim hat am Samstag mit einem 23:12 (14:5)-Sieg über den gastgebenden RC Rottweil den deutschen Liga-Pokal gewonnen. Das Team aus dem Heidelberger Stadtteil gewann den Pokal nun schon zum fünften Mal. Überreicht wurde der Pokal von DRV-Bundesliga-Staffelleiter Rolf Schmitt.

Gut 300 Zuschauer, die sich auf beiden Seiten lautstark bemerkbar machten, erlebten bei idealen Spielverhältnissen ein gutklassiges, spannungsreiches Match, in dem die Handschuhsheimer mit einer Reihe Erste-Mannschaft-Spieler immer führten – und nur Mitte der zweiten Hälfte kurz in Gefahr gerieten.

Die erste Halbzeit ging spielerisch klar an die Kurpfälzer. Die TSV‘ler begannen drangvoll und konzentriert und setzten sich mit ihrem ersten Angriff in der Hälfte der RCR’ler fest. Nach sechs Minuten konnten sie ihren ersten Versuch legen, nachdem die „Schwarz-Gelben“ einen gewonnenen Ball nach einem eigenen Gedränge nicht kontrollieren konnten und das „Ei“ vertändelten. Nach der Erhöhung stand es 0:7. Die „Hendsemer Löwen“ bauten weiter Druck auf, der RCR hielt mit viel Aufwand dagegen und kam mit eigenen Angriffsversuchen der RCR‘ler immer wieder gefährlich ins Viertelfeld der Gäste. Schlussendlich aber fehlte diesen Angriffen die notwendige Durchsetzungskraft um die Vorteile in Punkte umzusetzen. Überhaupt schienen die „Schwarz-Gelben“ leicht gehemmt, die Spielvorgaben zwischen Sturm und Hintermannschaft umzusetzen. Zeichen dafür waren auch eine Reihe nicht optimaler Befreiungskicks durch die Platzherren, die nicht die Außenlinie erreichten Die TSV’ler schafften es immer wieder, den Spielfluss der RCR’ler mit guten Attacken zu unterbinden und ihrerseits anzugreifen und das Spielgeschehen in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Die körperliche Überlegenheit machte sich nicht nur im Gedränge bemerkbar. Mitte der ersten Halbzeit kamen sie zu einem weiteren Versuch: Nach einem Straftritt wegen Hochhaltens setzten sie das „Ei“ kurz vorm Malfeld ins aus. Nach der gewonnenen Gasse und einigen offenen Gedrängen konnten sie zum 0:12 ablegen. Nach der Erhöhung bauten sie Ihren Vorsprung auf 0:14 aus. Die Rottweiler aber konnten durch energische Passangriffe das Spiel wieder in die Hälfte der Gäste verlagern, fanden nach einer Reihe offener Gedränge an der Außenlinie den Weg ins Malfeld und legten ihren ersten Versuch zum 5:14.
Wie zu Spielbeginn ließen sich die „Schwarz-Gelben“ bei Wiederankick durch individuelle Fehler in der Abwehr überrumpeln und mussten mit viel Aufwand einen weiteren TSV-Versuch abwehren. Beide Mannschaften wollten ihr Punktekonto erhöhen und beschäftigten auf beiden Seiten die Stürmer und mit schnell gespielten offenen Gedrängen. In der 55. Minute konnte Schluss-Spieler Costinel Croitoru einen Straftritt kurz vor dem Malfeld ins Aus setzen. Nach der Gasse und mehreren offenen Gedrängen konnten die RCR-Stürmer durch Michael Oswald zum Versuch ablegen. Die gelungene Erhöhung durch Costinel Croitoru brachte das zwischenzeitliche 12:14.
„Der Anschluss ist geschafft“, schien mancher der zahlreichen RCR-Fans zu denken und feuerte die heimischen Cracks lautstark zu weiteren Versuchen an.
Doch die Handschuhsheimer konnten mit geschicktem Kickspiel und starkem Kampfgeist das Ballgeschehen in die Spielhälfte der „Schwarz-Gelben“ verlagern. Die RCR-Defensive konnte die TSV-Bemühungen stören und stoppen – nicht immer aber ganz regelkonform. So kam es im Abstand von einigen Minuten zu drei Straftritten für die Gäste, die deren starker Treter jeweils verwandelte. Zehn Minuten vor Spielende stand es somit 12:23.
Die Schlussminuten allerdings gehörten den Reichsstädtern, die mit allen noch verfügbaren Kräften sich gegen die drohende Niederlage stemmten und die von den TSV‘lern nur unter größter Mühe vom Malfeld abgehalten werden konnten. Trotz aller Gegenwehr bekamen die RCR-Stürmer nach mehreren offenen Gedrängen im Viertelfeld der Kurpfälzer noch einen Strafversuch zugesprochen und so auch angezeigt. Der Referee hatte wegen wiederholten Abseitsspiels der TSV-Stürmer so entschieden. Nach dieser Entscheidung aber griff allerdings einer der Linienrichter ein und wollte eine RCR-Regelwidrigkeit gesehen haben. Der RCR-Versuch wurde vom Schiedsrichter daraufhin zurückgenommen. Die restliche Spielzeit verstrich ohne nennenswerte Aktionen.

Trainer Steve Ball meinte nach dem Spiel: „Die Heidelberger haben verdient gewonnen. Wir hätten das Spiel natürlich gerne gewonnen und waren gut vorbereitet. Leider haben wir über die gesamte Spielzeit aber zu wenig agiert und das Spiel in entscheidenden Situationen aus der Hand gegeben. Ein Finale ist auch immer ein besonderes Spiel. Einige Spieler waren nervös, konnten ihr Leistungspotential und den notwendigen Kampfgeist nicht optimal abrufen. Hinzu kamen ein paar Fehler, ein paar Unaufmerksamkeiten und Ungenauigkeiten im Passspiel zwischen Sturm und Drei-Viertel-Reihe. Die haben letztendlich den Unterschied ausgemacht und das Spiel entschieden. Aufgrund der guten Leistungen in letzten Spielen, war dies ein doch ein leichter Rückschritt – uns fehlte heute leider der letzte Biss. Trotz allem bin ich aber mit meinen Jungs zufrieden und schaue mit Spannung in die Zukunft. In der kommenden Saison können wir noch manches verbessern.“

Der 2. RCR-Vorsitzende Daniel Kästner: „Das war eine tolles Rugby-Ereignis in Rottweil mit vielen Zuschauern und Unterstützern, guter Stimmung, tollem Wetter, sehr guter Organisation und großem Einsatz vieler RCR-Mitglieder. Schade, dass die Jungs nicht gewinnen konnten. Wir waren zum dritten Mal in Folge im Finale eines deutschlandweit ausgetragenen Pokalwettbewerbs des Deutschen Rugby-Verbandes – das ist eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Wir machen einfach weiter und hoffen auf die eine oder andere Überraschung in der Zukunft

Für den Rugby-Club Rottweil spielten:
Gabriel Jäger , Lucian David, Ladislau Szani, Swen Engelhardt, Volker Frick, Markus Wiener, Nick Long, Robert Lehmann, Michael Oswald, Martin Storck, Maurice Ternig und Julian Dupont (alle Sturm); sowie Simon Wilde, Stephan Holpp, Dominic Mühl, Tobias Oswald, Fabian Schüler, Martin Ross, Costinel Croituru, Leonard Holpp, Juan Samaniego, Jörg Hügel und Sebastian Wilde (alle Verbindung und Drei-Viertel).

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Rugby in Rottweil – Ein Verein macht sich fit für die Zukunft

Noch vor ein paar Jahren sah die Zukunft des Rugby Club Rottweil alles andere als rosig aus. Die Herrenmannschaft bestand aus wenigen Spielern, die nur hin und wieder an Turnieren teilnahm und in der Jugend hatte man keine Spieler die in absehbarer Zeit die Spielerdecke der Herren erhöhen konnte. Es mussten neue Ideen her um als Verein weiterhin bestehen zu können und nicht auseinander zu brechen.

Da dies nur mit erfolgreicher und durchgehender Jugendarbeit und einer funktionierenden Herrenmannschaft als Perspektive für die Jugendlichen möglich ist begann man damit an diesen beiden Baustellen zu arbeiten. Die recht jungen Herrenspieler, die alle auch meist schon jahrelang im Verein waren wurden dafür in die Pflicht genommen und starteten gemeinsam mit dem Vorstand mehrere Aktionen an Schulen und Kindergärten. Um die Herrenmannschaft zu komplettieren wurden in und um Rottweil Plakate aufgehängt, Flyer verteilt und Präsenz auf Festen mit Ständen gezeigt. Diese Aktionen zeigten schnell Wirkung.

Hinzu kam, dass durch den Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz Bahr der Kontakt zur französisch-deutschen Kaserne in Donaueschingen entstand. Da Rugby in Frankreich ein Nationalsport ist konnten hier einige erfahrene Spieler für die Herren gewonnen werden. Die Mannschaft startete daraufhin in der sogenannten Regionalliga. Hier konnte man sich über einige Jahre etablieren und es formte sich langsam eine gute Mannschaft die das Potenzial hatte mehr zu erreichen.

Auch in der Jugend tat sich einiges. Der Rugby Club Rottweil stellte wieder eigene Jugendmannschaften in den jüngeren Altersklassen und konnte hier auch beachtliche Ergebnisse und Erfolge erzielen. Die Lücke zwischen der Herrenmannschaft und Spielern die aus der eigenen Jugend zu den Herren kommen wurde kleiner, die Spieler besser ausgebildet und erfolgreicher. Einige der jungen Talente schafften hierbei auch den Sprung in die Baden-Württemberg-Auswahl und die Jugendnationalmannschaft. Für die jungen Nachwuchsspieler musste in Rottweil eine Plattform geschaffen werden, damit sie auch weiterhin erfolgreich ihrem Sport nacheifern konnten und sich auch für Aufgaben in Auswahlmannschaften im Herrenbereich zu empfehlen. Daher wagte man im Vorstand einen weiteren Schritt in Richtung erfolgreicher Zukunft. Über Kontakte des Vorstands wurden starke Spieler aus rumänischen Topclubs an den Neckar gelockt. Mit diesen Spielern kam neue Erfahrung, Qualität und Motivation in die Mannschaft und somit wurde der Grundstein für den rasanten Aufstieg der Mannschaft gelegt.

In seiner 1. Saison in der neu gegründeten 3. Bundesliga konnte man mit dieser Mannschaft auf Anhieb das Finale erreichen und somit auch in die 2. Bundesliga aufsteigen. Und auch hier legte man einen Traumstart hin. Die Mannschaft wurde auf direkt Sieger der 2. Bundesliga und konnte sich in der für den Aufstieg relevanten Pokalrunde gegen Mannschaften aus ganz Deutschland bis ins Finale spielen, wo man sich der starken 1. Bundesligamannschaft des Heidelberger Turn Vereins sehr knapp geschlagen geben musste. Auch im 2. Jahr konnte die 2. Bundesliga wieder dominiert werden und man wurde erneut Sieger, musste sich aber erneut dem Heidelberger TV im Finale des Pokals geschlagen geben. Durch diverse Abgänge verlief der Start in die aktuelle Saison nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Nach der regulären Saison stand die Mannschaft auf einem Platz im Mittelfeld. Angetrieben von dem Ziel, dass Rottweil wieder eine Bundesligamannschaft hat, hat der Verein sich daraufhin entschlossen aus England einen Trainier zu engagieren. Dieser kam pünktlich zum Start der Pokalrunde und führte die Mannschaft bis in das am kommenden Samstag sattfindende Finale. Um dem Ziel 1. Bundesliga näher zu kommen hat sich der Verein weiterhin auch mit neuen Spielern verstärkt.

Neben den Herren ist auch die Jugendarbeit dabei immer professioneller zu werden. Hier konnte der Verein eine Jugendtrainerin, die das Rugbyspielen selbst in der eigenen Jugend gelernt hat, gewinnen um in Schulen, Kindergärten und weiteren Einrichtungen im Sportunterricht und in AGs den Rugbysport Kindern und Jugendlichen näher zu bringen. Der beschrittene Weg in der Jugend zeigt seine Früchte durch zahlreiche Auswahlspieler der letzten Jahre, Teilnahmen bei deutschen Meisterschaften und durchgängige Mannschaften von der U8 bis zur U18. Dass vieles gut läuft im Verein zeigt sich auch dadurch dass die Frauen das 2. Jahr in Folge Pokalsieger werden konnten.

Am kommenden Samstag können die Herren die gestartete Arbeit mit einer Trophäe belohnen, wenn sie am Samstag den 09.07 um 14.30 auf dem heimischen Rugbyplatz das Finale um den Ligapokal gegen den TSV Handschuhsheim II bestreiten.

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